, Lipp Michael

Moon Base startet noch in diesem Jahr

An der NASA Pressekonferenz dieser Woche war bemerkenswert. Nicht erst in ein paar Jahren, sondern noch dieses Jahr beginnt die NASA mit ersten Flüge zum Mond im Rahmen des Projekts Moon Base.

In drei Phsen soll die Mondbasis in den kommenden Jahren aufgebaut werden. Die Phase 1 beginnt noch dieses Jahr: Mit Robotikmissionen wird die Südpolregion des Mondes genauer erkundet, vermessen und Technologietests durchgeführt.

Erste bemannte Missionen ab 2028
Um das Risiko für die Astronauten zu minimieren, hat die NASA das Missionsprofil für Artemis III (geplant für Ende 2027) grundlegend angepasst. Statt direkt auf dem Mond zu landen, wird diese Mission als hochkomplexer Testflug im erdnahen Orbit (LEO) durchgeführt.

Dabei wird die vierköpfige Crew im Orion-Raumschiff das Rendezvous und Andocken an die kommerziellen Landemodule – SpaceX’s Starship und Blue Origins Blue Moon – in sicherer Erdnähe erproben. Auch die neuen Axiom-Raumanzüge (AxEMU) werden bei ersten Weltraumausstiegen im Erdorbit getestet. Sollten Probleme auftreten, ist eine Rückkehr der Astronauten innerhalb weniger Stunden statt mehrerer Tage möglich.

Die eigentliche bemannte Mondlandung verschiebt sich damit auf die Mission Artemis IV, die bereits für 2028 angestrebt wird. Ab 2029 (Phase 2) folgt der Aufbau der permanenten Infrastruktur, bevor die «Moon Base» ab 2032 (Phase 3) in den kontinuierlichen Dauerbetrieb geht.

Die NASA baut dabei eine komplexes Netzwerk an Infrastruktur (Energie, Kommunikation, Habitat, Mobilität) auf. Da bereits an der produktiven Hartware gearbeitet wird, zeigt, dass die NASA und ihre internationalen Partner aus der Vision nun Realität entstehen lässt.

Aufbau des Kommunikationssystems: Auch AREx wird zum Thema
Ein Projekt dieser Grössenordnung erfordert ein völlig neues, robustes Kommunikationsnetzwerk. Die NASA setzt dabei für ihre operative Abwicklung primär auf hochfrequente kommerzielle Mikrowellen- und Laserkommunikation, welche Cellular auf dem Mond aufgebaut und mit über ein Satellitennetzwerk im Mondorbit zur Erde übermittelt wird. Eine 1:1 Direktverbindung, wie zu Apollo Zeiten, wird es daher nur noch in Sonderfällen geben. Auf diese faszinierende Direktkommunikation dürfen wir Funkamateure hoffen.

Hier kommt AREx (Amateur Radio Exploration) ins Spiel, das offizielle Nachfolgeprojekt von ARISS (Amateur Radio on the International Space Station). Da die ISS in den 2030er-Jahren ausser Dienst gestellt wird, arbeiten ARISS und die weltweiten AMSAT-Organisationen bereits intensiv im Rahmen des AREx-Konsortiums zusammen.

Für die «Moon Base» und die Mondumlaufbahn sind folgende funktechnischen Meilensteine geplant:

Mond-Relaisstationen: Aufbau von Amateurfunk-Nutzlasten (Payloads) im Mondorbit und direkt an der Südpol-Basis. Aufgrund der enormen Distanz (rund 384'000 km) kommen hierbei hochentwickelte SDR-Systeme im Mikrowellenbereich (S-Band und X-Band) zum Einsatz.

Schulkontakte der nächsten Generation: Auch auf dem Mond sollen die beliebten Live-Kontakte zwischen Astronauten und Schulen weltweit fortgeführt werden. Wegen der grossen Entfernung erfordert dies auf der Erde allerdings deutlich leistungsfähigere Stationsantennen als noch zur ISS.

Backup und Telemetrie: Neben der Bild- und Sprachübertragung wird AREx auch experimentelle digitale Betriebsarten und ein globales Backup-Kommunikationsnetz bereitstellen, das unabhängig von den NASA-Netzen funktioniert.

Die AMSAT-HB verfolgt die Entwicklung von AREx mit grosser Begeisterung. Dieses Projekt wird die Grenzen des Amateurfunks einmal mehr verschieben und der nächsten Generation von Funkamateuren und Wissenschaftlern faszinierende Möglichkeiten im Deep Space eröffnen.

 

Quelle:
Projekt Moon Base  -  https://www.nasa.gov/moonbase/
Meilensteinplan  -  https://www.nasa.gov/moonbase-phases/
ARISS  -  https://www.amsat-hb.org/?b=1000895&c=ND1000772&s=djEtCqbueo0kgHwLPYiJw6Htac7eDEcQ1j5Zk39nBAehQBg=